„Apokalypse“ oder „Sprung nach vorn“? Bankchefs sind sich in der KI-Prognose unsicher, leiten aber Stellenabbau in die Wege
Erst war KI „keine Bedrohung“ für menschliche Arbeitsplätze, jetzt fallen doch tausende Stellen besonders in Banken in USA oder UK weg: Die Vorstandschefs der angelsächsischen Großbanken änderten binnen Monaten ihre Sprache von „harmlos“ auf „Durchgriff“. Betroffen sind nach wie vor am ehesten Back-Office- und Junior-Stellen, doch das Tempo des Abbaus verschärft sich und erfasst nun auch mehr Arbeitskräfte weiter oben in der Hierarchie, im mittleren Managemant. Der Ersatz von Mensch durch Maschine besonders in Übersee ist nun weniger kaschiert, sondern Teil einer offensiver vorgetragenen Wachstumsstrategie.
Die Abbau-Prognosen bis 2030 oder 2035 von den Unternehmen selbst oder auch Forschenden schwanken dabei aktuell zwischen 5 und 20 % der Gesamtbelegschaft in den Geldhäusern, bezogen auf US-Institute. Dies zeigt, dass die Entscheider selbst unsicher sind, wie weit sie den Stellenabbau treiben wollen bzw. sollten. Unklar ist auch, wie sich Aufsichten, Kunden und Politik dazu stellen werden.
In der Eurozone und speziell Deutschland ist wegen weitgehendem arbeitsrechtlichen Schutz kein sehr schnelles Entlassen von vielen Beschäftigten möglich. Was aber auch hierzulande verfolgt wird: Abbau über natürliche Fluktuation, das heißt Nichtnachbesetzen von altersbedingt frei werdenden Stellen. So äußerten sich jüngst etwa der Wertpapier-Abwickler dwpBank oder die Landesbank LBBW, dass sie Effizienzgewinne durch KI statt durch menschliche Arbeit anstreben bzw. umsetzen…