Faire Gehälter: Chaos bei Jobtiteln wird zu handfestem Problem
Die meisten Gehaltsüberprüfungen beginnen mit derselben Frage: Bezahlen wir unsere Mitarbeitenden fair? People-Teams ziehen Marktdaten heran, analysieren den Gender-Pay-Gap und modellieren Anpassungen an den Gehaltsbändern. Die Analyse ist oft gründlich, die Schlussfolgerungen sind es fast nie – und der Fehler liegt dabei nur in Ausnahmefällen in den Daten selbst. Denn wer die eigenen Gehälter „benchmarkt“ (also sie mit denen der Konkurrenz abgleicht) oder eine Equal-Pay-Analyse durchführt, ohne vorher eine einheitliche Jobarchitektur etabliert zu haben, versucht etwas zu messen, das noch gar nicht klar definiert ist.
Und: Die Definition kann es zwar sehr wohl (noch) auf dem Papier geben – aber die Realität ist schon lange herausgewuchert. Viele große und kleine „Entscheider“ haben an Vergütungen, Verantwortungen und an der Matrix insgesamt getüftelt, geschoben oder gezerrt, sodass vergleichbare Tätigkeiten heute zum Teil sehr unterschiedlich bezahlt werden. Exakt dies wird besonders Großunternehmen sehr bald in Form von Sanktionen in Folge der Anwendung der EU-Entgelttransparenz-Richtlinie auf die Füße fallen. Ein Weckruf für ein wieder klares und gerechtes Einwerten und ins Gefügesetzen aller Tätigkeiten und Rollen – unter Mitwirken von Betriebsräten und Betroffenen…